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Liebe Grüße Kerstin

Ich bin verliebt in eine Hummel!
// Janine Sommer Illustration

15. Dezember 2019

Über die Wertschätzung von künstlerischer und kreativer Arbeit, meine Liebe zu einer Hummel und was das alles mit dem Label Janine Sommer Illustration zu tun hat!

Oft wird der Wert künstlerischer Arbeit nicht oder auch nicht genügend wertgeschätzt. Nehmen wir mal den Fall an, dass das geliebte Auto kaputtgeht und notgedrungen in der Werkstatt landet. Man holt sich ein Angebot ein und fällt vielleicht auch kurz mal vom Glauben ab warum das denn so teuer ist. Aber nachdem man auf das Fahrzeug angewiesen ist, lässt man die Reparatur ohne großes Murren (und sei sie auch kostspielig) vornehmen. Schließlich erhält man die Rechnung und bezahlt diese ohne große Diskussion. Bei einer Arbeit, die eher in den künstlerischen Bereich oder auch in den Bereich Handwerk fällt, sieht das leider oft ganz anders aus. Ich kenne das Agenturgeschäft, da ich jahrelang dort gearbeitet habe, ziemlich gut. Alles was in Richtung Kreativität, Konzeption und Grafik geht, ist wirklich schwer zu monetisieren. Da wird gerne mal vom Kunden was weggestrichen, weil es ein Konzept ja nicht braucht und für das Logo kann man ja wohl nicht 2 Tage abrechnen! Das muss doch auch schneller gehen. Die paar Striche richtig zu setzen kann ja wohl jeder! Und NEIN - das kann eben nicht jeder. Dafür gibt es Leute, die sich schon jahrelang mit dem Thema beschäftigen. Viele haben ein entsprechendes Studium absolviert und sie stecken ganz viel Mühe, Leidenschaft und Herzblut in coole Ideen und geniale Logodesigns. Genau das muss eben einfach auch entlohnt werden! An dieser Stelle lege ich jedem den Talk von Mike Monteiro "F*ck You. Pay Me" ans Herz. Er ist auch Autor des Buches "Design is a Job" und damit hat er verdammt Recht!

Wenn es um den technischen Bereich geht - wie auch die Reparatur des Autos - ist es meist nachvollziehbar, dass es nicht für einen Appel und ein Ei zu haben ist. Das ist ja schließlich kompliziert. Da muss derjenige sich ja auch wirklich auskennen und damit ist der Preis auch gerechtfertigt. Die ganzen tollen Künstler & kreativen Leute da draußen machen aber auch einen echt guten Job und dafür sollten sie ebenso wertgeschätzt und entlohnt werden!

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.

Karl Valentin

Schon länger verfolge ich die Arbeit der Illustratorin Janine Sommer. Sie war für mich schon immer die perfekte Kandidatin für meinen Blog, da ich Ihre Werke ganz toll finde und so ein small business einfach unterstützt werden muss! Vor einiger Zeit hatte sie angekündigt einen Hummel Kalender für 2020 zu erstellen und ich hatte diesen gleich vorbestellt, da ich die pelzigen Tierchen einfach total super finde. Ein paar Wochen später kündigte sie dann über Instagram an, dass sie einige der Originalzeichnungen für den Kalender ausnahmsweise zum Verkauf anbietet. Ich hatte den Tag über sehr viel über die Ohren, sodass ich ihr abends erst schrieb und schon befürchtete, dass alle schon verkauft wären. Es gab wohl sehr viele Interessenten, aber viele waren wohl von dem Preis eines Druckes ausgegangen und so hatte ich Glück und die Schönheit namens "Bombus lucorum" ist nun meins =) Heute hab ich sie super hübsch gerahmt vom Galeristen abgeholt und sie wird definitiv einen Ehrenplatz bekommen!

Jetzt liegt es an Euch die künsterlischen Arbeiten von Janine Sommer wertzuschätzen. Ist ganz einfach: Lasst Euch verzaubern :)


Interview mit Janine Sommer

Deine Motive sind geprägt von Pflanzen, Collagen, Natur und Tiere. Wie entsteht denn so ein Bild von der ersten Idee bis zum fertigen Bild? Erzähl doch mal =)

Ich habe die Idee zu einem Bild, weil mich ein Tier oder eine Pflanze fasziniert. Ich habe meistens eine ganze Schublade voll Ideen nur keine Zeit dafür sie zu zeichnen. Wenn ich dann mal Zeit dafür finde, dann suche ich oder mache ich davon ein sehr gutes Foto. Das finde ich in Büchern oder Magazinen oder auch online. Dann setze ich mich an meinen Arbeitsplatz und zeichne, bis es fertig ist, mehrere Stunden durch. Dann darf mich am besten niemand ansprechen und ich möchte ganz für mich sein. Ich bin dann hochkonzentriert, das wiederum entspannt meinen Geist. Klingt komisch, ist aber ein positiver Nebeneffekt meiner Arbeit.

Aktuell gibt es von Dir diesen fabelhaften Hummelkalender für 2020 =) Wieso hast Du Dich für dieses Tier entschieden? Was war dabei die größte Herausforderung?

Ich liebe Hummeln sehr. Wenn sie erschöpft im Frühjahr auf dem Fensterbrett sitzen gebe ich ihnen Zuckerwasser damit sie wieder zu Kräften kommen. Außerdem sind sie für mich super schöne Insekten. Nämlich die Einzigen mit so viel Fell und so schönen Streifen. Ich zeichne sehr gern Fell. Die größte Herausforderung war dabei aus den über 40 Arten, die in Deutschland vorkommen, 12 Hummeln für meine Kalender auszusuchen. Es gibt so tolle Hummeln ;) In einem Kalender haben sie noch mehr Gewichtung und werden so hervorgehoben. Ich hoffe das dadurch ein paar mehr Menschen im nächsten Sommer die verschiedenen Hummeln auffallen und sie sich dafür interessieren sie zu schützen.

Welche Musik hörst Du beim Arbeiten? Oder muss es eher still um Dich herum sein?

Ich höre gern Hörbücher oder Podcasts. Aber auch super viel Musik beim Arbeiten. Ich höre sehr gern Palace, Charlie Cunningham, José González, die Band Blah Blah Blah, Khruangbin, die Foo Figthers, Pearl Jam, Kate Bush, Marlon Williams, The Smith, Paul Weller, Ray LaMontagne ...

Was ist der schönste Moment bei deiner Arbeit?

Wenn Menschen mit glänzenden Augen vor meinen Bildern stehen und vor Freude quietschen.

Angenommen ich könnte total gut Zeichnen - welche drei ultimativen Tipps hast Du für mich parat, wenn ich mich selbständig machen will?
Versuche zuerst einen ganz eigenen Stil zu finden und hole Dir dann auch andere Meinungen ein.

Besprich das zum Beispiel mit Freunden oder Familie. Sei Dir bewusst, dass es sehr lange dauern kann bist Du damit Geld verdienst oder bis Du davon leben kannst. Oft sieht man, das andere damit Geld verdienen und denkt, das kann ich auch … man vergisst dabei allerdings, das ein sehr langer Weg hinter diesen erfolgreichen Zeichnern steht. Bei mir hat es fast 30 Jahre gedauert bis ich das machen konnte, was ich wirklich immer machen wollte. In der siebten Klasse sollten wir unseren Berufswunsch aufschreiben und meiner war Illustratorin. Ich bin seit 17 Jahren selbständig und ich kann erst seit ein paar Jahren sagen, das es läuft. Das liegt auch daran, das ich viele Jahre in einem Beruf gearbeitet habe, der nicht zu mir gepasst hat, in dem ich allerdings sehr viel Knowhow gelernt habe.

Seit 2002 bist Du freiberuflich unterwegs. Hast Du es irgendwann bereut diesen Weg eingeschlagen zu haben? Mit welchen Hindernissen hattest Du so zu kämpfen?

Bereut habe ich es nie - ich bin nicht der Typ für eine Festanstellung. Ich liebe es selbst entscheiden zu können, woran ich arbeite, wie ich arbeite. Ich bin neugierig und mache gern immer wieder neue Dinge. Ich lerne gern dabei und probiere etwas aus. Das ist es was ich an der Selbstständigkeit liebe, es wird nie langweilig. Hindernisse, die einem immer wieder in den Weg gelegt werden sind meistens finanzieller Natur. Ich habe nie wirklich frei. Ich arbeite eigentlich immer. Das kann anstrengend werden. Da ich aber etwas mache was ich wirklich liebe, macht es mir nichts aus auch an den Wochenenden oder bis spät in die Nacht zu arbeiten. Ich kann eigentlich nie lange still sitzen. Meine Hände brauchen etwas zu tun… sonst wird mir schnell langweilig.

Du arbeitest sehr viel analog mit Stift, Schere und Papier. Was magst Du daran?

Ich mag das Geräusch, das der Stift auf dem Papier macht. Ich mag Papier. Ich kaufe gern Blöcke mit unterschiedlichen Stärken und Oberflächen, egal ob ich sie gerade brauche. Ich mag Stifte, ich sortiere sie gern nach Farben. Das macht mich unglaublich glücklich. Es gibt so tolle Stifte und Farben, die man ausprobieren kann. Die Farben eines Aquarellkastens selbst zusammenzustellen und sie das erste Mal auszuprobieren, das ist herrlich. Ich habe viele Jahre nur am Rechner gezeichnet, bevor es Zeichentablets und Apps dafür gab. Irgendwann hat es mir keinen Spaß mehr gemacht. Als ich mein Studium begonnen habe, hat noch niemand mit dem Computer gearbeitet. Ich habe meinen ersten Rechner mit 22 oder 23 gekauft. Das war einer der ersten PC´s und den habe ich mir mit meinem Mann im Studium geteilt. Früher hat man eben nur mit Stiften gezeichnet, daran habe ich mich mit fast 40 Jahren erinnert und ausprobiert, ob ich es noch kann. Ich bin bis heute dabei geblieben.

Die Herstellung Deiner Bilder, Kalender & Co. findet in Deutschland in Zusammenarbeit mit umweltbewussten Druckereien statt. Wieso hast Du Dich für diesen Weg entschieden?

Mein Thema sind Pflanzen und Tiere. Ich möchte auf die Natur aufmerksam machen und die Menschen dafür sensibilisieren. Da ist es für mich sehr wichtig auch bei der Herstellung meiner Produkte etwas für die Natur zu tun. Außerdem lebe ich selbst sehr umweltbewusst.
Ich bin z.B. seit vier Jahren Vegetarier. Ich fahre Fahrrad statt Auto. Ich versuche im Haushalt weitestgehend auf Plastik und umweltschädliche Produkte zu verzichten. Wir haben keine Spülmaschine, keinen Fernseher, keinen Trockner und keine Mikrowelle. Wir bauen im Sommer unser eigenes Gemüse an und gärtnern naturnah und insektenfreundlich. Und wir beziehen seit Jahren Naturstrom. Es gelingt uns noch nicht in allen Bereichen, aber wir geben uns große Mühe. Genau so wie ich auch versuche bei der Herstellung meiner Produkte auf die Schonung der Umwelt zu achten. Es gelingt mir noch nicht in allen Bereichen, aber ich bin auf dem Weg und mache mir darüber viele Gedanken.

2012 bist Du unter die Gärtner gegangen und hast ein Schrebergarten-Projekt in Berlin. Anscheinend bist Du ein Naturfreund ;) Wie sieht es da so aus? Wie verlief das Gartenjahr so?

Dieses Jahr hatten wir ein durchwachsenes Gartenjahr. Es fing damit an, dass der Nachtfrost im Frühjahr alle Blüten unseres riesigen Blauregens zerstört hat. Wir hatten auch keine Kirschen oder Äpfel deswegen. Alle Blüten sind erfroren in einer Nacht. Dafür hatten wir unglaublich viele Pflaumen, denn der Pflaumenbaum hat viel später geblüht.
Die Hitzewelle im Sommer hat dem Garten sehr geschadet und wir haben sehr viel zu tun gehabt, um alles so zu gießen, das es gerade so überlebt. Jetzt im Herbst sieht wieder alles üppig und grün aus. Wir spüren den Klimawandel als Kleingärtner auf jeden Fall. Es gibt weniger Insekten und weniger Igel. Dafür haben wir aber kleine Meisenkinder im Vogelhaus beobachten können und ich hatte unglaublich viele Hummeln im Spätsommer im Lavendel. Dem Lavendel gefällt das trockene Klima besonders gut, deshalb war er auch besonders schön dieses Jahr. Wir haben mit unserem Gartenzaunprojekt begonnen und wieder eine schöne Zeit mit der Familie im Garten verlebt. Wir sind sehr dankbar diesen Schrebergarten zu haben. Es erdet im wahrsten Sinne des Wortes und macht auch sehr zufrieden.

Zusammen mit Deiner Schwestern hast Du eine Ladenmanufaktur namens "Lieblingsplatz". Wie ist die Idee dazu entstanden? Was kann man bei Euch hübsches kaufen?

Die Idee dazu begann vor über zehn Jahren in meinem ersten Atelier, das ich mit zwei Freundinnen gemietet hatte. Wir hatten alle Onlineshops bei Dawanda für unsere handgemachten Produkte und haben nebenbei selbständig als Graphik Designerinnen gearbeitet. Wir haben unsere Kinder nachmittags im Atelier betreut und haben uns gegenseitig geholfen. Nach und nach wurde das halbe Atelier zum Showroom für unsere kreativen Ergüsse und wir haben überlegt einen Laden daraus zu machen. Als es dann immer mehr wurde und klar war, das ich es nicht mehr alleine schaffen kann, habe ich meine Schwester gefragt, ob sie mit mir zusammen arbeiten möchte. Sie hat dann eigene Produkte zusammen mit ihrem Mann entworfen und hergestellt. Und als der Mietvertrag zu unserem alten Atelier auslief, tat sich die Möglichkeit auf einen richtig großen Laden zu mieten. Wir haben das ohne lang zu überlegen getan und sind heute sehr froh darüber. Wir drucken unsere Zeichnungen und Illustrationen auf Stoff und Papier und stellen daraus Produkte für Kinder und Erwachsene her. Wir haben z.B. eine Produktline nur wegen der Liebe zu Berlin entwickelt und wollen helfen unseren Berliner Dialekt zu erhalten. Wir haben auch eine Techniklinie unter unseren Produkten, so gibt es auch Feuerwehrkuschelkissen und sogar ein Motorsägekissen.

Hast Du ein paar Ratschläge für jemanden, der sich gerne im Bereich Zeichnen verbessern will?

Üben, üben, üben. Und vieles ausprobieren. Jeder muss erst einmal die Technik finden, die ihm am besten liegt. Workshops helfen oft sich auszutauschen und man bekommt auch immer ein paar einfache Tipps und Tricks dabei. (Im Malsalon gibt Janine immer wieder selbst Workshops!) Ich habe von Menschen gelernt, die selbst schon viele Jahre gezeichnet haben. Zum Zeichnen gehört vor allem ein gutes Auge. Man muss die Sache durchdringen und versuchen sie zu verstehen. Was macht sie aus? Wie ist sie beschaffen? Dazu muss man ganz genau hinschauen und versuchen das Ganze zu Papier zu bringen. Der Rest ist erlernte Technik. Ein Gefühl für Farben und Formen ist außerdem hilfreich.

Wo bekommt man die hübschen Sachen von Janine Sommer?

Im Online-Shop von Janine gibt es ordentlich viel Künstlerisches zu kaufen. Da könnt Ihr nach Herzenslust stöbern in den Kategorien: Zeichnungen, Collagen, Sternzeichen, Pflanzen, Grußkarten, Sticker, Notizblöcke, Kalender für 2020, Ostern, Weihnachten, Geschenkpapier, Tassen + Becher & aus der Pflanzenpresse. Eignet sich natürlich wunderbar für noch ein schnelles Weihnachtsgeschenk! Der Hummelkalender ist beispielsweise verdammt toll kann ich Euch sagen ;)

Schlusswort

Habt Ihr das auch schon öfter erlebt, dass künstlerische Arbeit nicht wertgeschätzt wurde? Und wie gefallen Euch die Arbeiten von Janine Sommer? =)


Liebe hummelige Grüße
Kerstin


Photo Credit: Janine Sommer Illustration

 

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